Blutegel therapie Historischen Quellen zufolge wurden Blutegel bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. In Europa nahmen Blutegelbehandlungen und Aderlässe mit Beginn des 19. Jahrhunderts gewaltige Ausmaße an und es brach ein regelrechter “Vampirismus” aus. Durch die u.a. durch Rudolf Virchow (1821-1902) eingeleitete medizinische Reform wurde dann so mancher alter Aberglaube ersetzt, aber leider auch ein großer Teil der heilerischen Erfahrung vieler Jahrhunderte für lange Zeit verdrängt. Das vermehrte Wissen über Krankheitserreger und das Aufkommen der Asepsis setzte eine wahre Gräuelpropaganda gegen die Blutegelbehandlung in Gang. Erst der deutsche Arzt Heinz Bottenberg befasste sich in den 30iger Jahren dieses Jahrhunderts wieder eingehend mit der Blutegeltherapie und konnte sie als wertvolle Heilmethode wieder aufleben lassen. Heute wird der medizinische  Blutegel (Hirudo medicinalis) wieder in wachsendem Ausmaß eingesetzt. In vielen Kliniken (v.a. in der Unfallchirurgie), bei Heilpraktikern und naturheilkundlich orientierten Ärzten hat die Blutegeltherapie  wieder einen festen Platz. Die Wirksubstanzen im Speichel des Blutegels machen diese Tiere zu wertvollen Heilern. - Hirudin hemmt die Blutgerinnung und wirkt entzündungshemmend. - Calin sorgt für eine lange Nachblutung (sanfter Aderlass, Reinigung der Wunde) durch Gerinnungshemmung. - Eglin hemmt Entzündungen. - Hyaluronidase ist lymphstrombeschleunigend, gefäßerweiternd und antibiotisch. Es gibt noch weitaus mehr Wirkstoffe in diesem hochwirksamen Cocktail. Aufgrund des feinen Zusammenspiels dieser Stoffe ist die Blutegeltherapie grundsätzlich bei allen lokalen, gestauten, entzündlichen und durchblutungsgestörten Prozessen angezeigt.